Pforzheim (Stadtkreis)(PF)

Baden-Württemberg

Pforzheim/Enzkreis – Sie fällt jährlich auf die 40. Kalenderwoche und will das Stillen als natürliche und gesunde Form der Säuglingsernährung ins Zentrum der öffentlichen Wahrnehmung rücken: die Weltstillwoche, eine internationale Aktionswoche, die von der „World Alliance for Breastfeeding Action“ (WABA) organisiert wird. In diesem Jahr fällt sie auf den Zeitraum vom 30. September bis zum 6. Oktober 2024 - und um diese Zeit herum finden auch in der Region zahlreiche meist kostenlose Veranstaltungen rund um´s Stillen statt. Darauf macht das Gesundheitsamt aufmerksam.

Veranstaltungsprogramm:
Die Angebote wurden von verschiedenen Akteurinnen und Akteuren in Pforzheim und dem Enzkreis auf die Beine gestellt und richten sich an Familien und Interessierte, die sich über das Stillen informieren, Unterstützung erhalten und sich mit Fachkräften und anderen Eltern austauschen möchten. Das komplette Veranstaltungsprogramm samt Infos zu den Anmelde-Modalitäten finden sich online unter https://www.kindergesundheit-pfenz.de/weltstillwoche-2024/. Im Laufe der nächsten Tage werden noch einige Veranstaltungen dazukommen.

Höhepunkte der Veranstaltungen:

  • Donnerstag, 19. September, 10 bis 11:30 Uhr: „Still- und Austauschcafé“ im ehemaligen Feuerwehrhaus in Öschelbronn

  • Mittwoch, 25. September, 9 Uhr bis 12 Uhr: Offene Gesprächsrunde zum Thema Stillen im VHS-Familientreff Königsbach-Stein

  • Dienstag, 1. Oktober, 8 bis 9:30 Uhr: Online-Vortrag für Fachkräfte zum Thema „Pränatale Psychologie und Stillen“

  • Dienstag, 1. Oktober, 14 bis 15 Uhr: Gruppenangebot "Stillen und Bindung" in der Familienwirkstatt im KiCo beim Kinderschutzbund in Pforzheim

  • Mittwoch, 2. Oktober, 9 bis 11 Uhr: Baby-Café im Haus der Familie in Straubenhardt

  • Samstag, 5. Oktober, 10 bis 11:30 Uhr: Stillgruppe im KiCo beim Kinderschutzbund in Pforzheim

  • Montag, 7. Oktober, 18 bis 20 Uhr: Infoabend für werdende Eltern mit dem Fokusthema Stillen im Helios Klinikum Pforzheim

Vorteile des Stillens:
Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft empfiehlt, Säuglinge in den ersten sechs Lebensmonaten ausschließlich zu stillen, wobei mindestens vier Monate als wichtig erachtet werden. Laut der „Studie für die Gesundheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland“ (kurz: KiGGS, Welle 2) stillen in Deutschland nach der Geburt rund 68 Prozent der Mütter ausschließlich, nach zwei Monaten sind es noch 57 und nach vier Monaten noch 40 Prozent.

Stillen bietet demnach zahlreiche Vorteile für Mutter und Kind. Für Babys bedeutet Stillen nicht nur eine optimale Nährstoffversorgung, sondern auch einen effektiven Schutz vor Krankheiten. Studien zeigen, dass gestillte Kinder seltener an Durchfallerkrankungen und Atemwegsinfektionen leiden. Langfristig trägt Stillen zur Prävention von Allergien bei und verringert das Risiko, im späteren Leben an Übergewicht oder Typ-2-Diabetes zu erkranken. Auch für Mütter hat das Stillen laut Ministerium gesundheitliche Vorteile: Frauen, die stillen, haben ein geringeres Risiko, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs (z.B. Brust- und Eierstockkrebs) und Typ-2-Diabetes zu entwickeln.

Unterstützung und Entscheidungsfreiheit:
„Es ist uns jedoch wichtig zu betonen, dass jede Familie natürlich ihre eigene Entscheidung treffen kann und sollte, wie sie ihr Kind ernährt“, betonen die Mitglieder des hiesigen Planungsteams der Weltstillwoche, Patricia Frick vom Gesundheitsamt, Lena Romeiko vom Jugendamt Enzkreis, Petra Poscharsky vom Jugend- und Sozialamt Pforzheim sowie Christina Mette vom Kinderschutzbund Pforzheim Enzkreis e.V.. „Wenn das Stillen aus unterschiedlichen Gründen nicht möglich oder gewünscht ist, gibt es alternative Methoden, die sicherstellen, dass das Kind bestmöglich versorgt wird. Das Wichtigste ist, dass Eltern sich gut informiert und unterstützt fühlen, egal für welchen Weg sie sich entscheiden.“

Fazit:
Die Weltstillwoche 2024 in Pforzheim und Enzkreis bietet Familien und Interessierte eine hervorragende Gelegenheit, sich über das Stillen zu informieren und Unterstützung zu erhalten. Mit einem vielfältigen Veranstaltungsprogramm und kostenlosen Angeboten wird diese Woche zu einem Highlight für alle Teilnehmer.

Quelle Pressemitteilung: Stadt Pforzheim

https://www.pforzheim.de

Newsflash: Pforzheim und Region

Der Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945 war eine der verheerendsten Bombardierungen des Zweiten Weltkriegs auf eine deutsche Stadt. Der Angriff, der nur 22 Minuten dauerte, verursachte erhebliche Zerstörungen und forderte hohe Opferzahlen. Hier sind die wesentlichen Punkte und Details des Angriffs, ergänzt durch relevante Belege und Quellen:

Vorgeschichte

  • Frühe Angriffe: Pforzheim war vor dem großen Angriff bereits Ziel von mehreren kleineren Luftangriffen, darunter am 1. April 1944, Heiligabend 1944 und am 21. Januar 1945.
  • Zielliste der Alliierten: Im November 1944 wurde Pforzheim erstmals auf einer Zielliste der Alliierten geführt. Die Stadt war vor allem wegen ihrer Feinmechanik- und Schmuckindustrie, die auf die Produktion von Zündern und Munition umgestellt war, von Interesse.

Der Angriff

  • Angriffsdetails: Am 23. Februar 1945, um 19:45 Uhr, begannen die Luftangriffe mit dem Alarm. Innerhalb von 22 Minuten warfen 379 Bomber der Royal Air Force 1575 Tonnen Bomben ab, darunter Spreng- und Brandbomben sowie Luftminen. Die ersten Bomber setzten Leuchtkörper, um das Ziel zu markieren, was durch starken Wind teilweise fehlleitete.
  • Zerstörung und Opfer: Der Angriff führte zu einem verheerenden Feuersturm. Etwa 98 % des Stadtgebiets, insbesondere die eng bebauten Altstadtbereiche, wurden zerstört. Die Wasserversorgung fiel aus, und viele Menschen ertranken beim Versuch, in den Flüssen Nagold und Enz Zuflucht zu suchen. Schätzungen zufolge starben etwa 17.600 Menschen, was über 20 % der Bevölkerung der Stadt vor dem Krieg ausmachte.

Nach dem Angriff

  • Zerstörungsgrad: Zwei Drittel der Stadtfläche und 80 bis 100 % der Innenstadt waren zerstört. Der Stadtteil Marktplatz, der 1939 noch 4112 Einwohner hatte, war nach dem Angriff entvölkert.
  • Berichte und Schätzungen: Der Auswertungsbericht des Bomber Command vom 12. März 1945 beschreibt die Zerstörung als umfassend, wobei große Teile der Stadt auf Trümmerhaufen reduziert wurden.

Wiederaufbau

  • Neubau statt Restaurierung: Die Stadt wurde nach dem Krieg komplett neu aufgebaut, wobei alte Gebäude abgerissen und durch neue ersetzt wurden. Die Straßen wurden breiter angelegt, und der Wiederaufbau prägte das Stadtbild der 1950er Jahre. Der Berg aus Trümmerschutt, „Monte Scherbelino“ genannt, überragt die Stadt und dient als Mahnmal.

Erinnerung

  • Gedenktage und Mahnmale: Seit 2003 wird der 23. Februar als offizieller Gedenktag der Stadt Pforzheim begangen. Ein Mahnmal aus Stahlstelen auf dem Wallberg erinnert an die Zerstörung. Jährlich findet eine Fackelmahnwache statt, wobei es auch Gegenaktionen von Bündnissen gegen Rechts gibt.

Belege und Quellen

  • Dokumentation: Der Angriff auf Pforzheim ist dokumentiert in Berichten des Bomber Command, Zeitzeugenberichten und historischen Analysen. Quellen wie das Buch "Pforzheim 1945 – Zerstörung und Wiederaufbau" von Wolfgang A. Lutz bieten detaillierte Informationen zur Zerstörung und den Nachwirkungen des Angriffs.
  • Statistische Daten: Die Verbrauchergruppenstatistiken, veröffentlicht 1953 vom Statistischen Bundesamt, geben Hinweise zur Bevölkerungsentwicklung und den Auswirkungen des Angriffs.

Zusammenfassend war der Luftangriff auf Pforzheim ein katastrophales Ereignis, das die Stadt schwer zerstörte und eine hohe Zahl von Opfern forderte. Der Wiederaufbau und die Erinnerungskultur zeigen, wie die Stadt mit dieser tragischen Vergangenheit umgegangen ist.

Weiterlesen: Der Luftangriff auf Pforzheim am 23. Februar 1945

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