Pforzheim (Stadtkreis)(PF)

Baden-Württemberg

Das Dorf Würm, seit 1971 ein Stadtteil von Pforzheim, liegt idyllisch etwa fünf Kilometer südlich der Stadt am gleichnamigen Fluss. Mit einer Bevölkerung von rund 2800 Einwohnern ist Würm geprägt von einer 900-jährigen Geschichte, die bis ins 11. Jahrhundert zurückreicht. Ursprünglich von den Herren von Kräheneck-Weißenstein besiedelt, entstanden hier Waldhufendörfer durch die Rodung und Urbarmachung der umliegenden Wälder.

Heute zeugen noch zahlreiche historische Gebäude von der bewegten Vergangenheit des Ortes, der im Laufe der Jahrhunderte immer wieder Gegenstand von Besitzkonflikten war. Insbesondere die Burgruine Liebeneck, südöstlich über dem Würmtal gelegen und nur über Wanderwege erreichbar, ist ein sehenswertes Relikt vergangener Zeiten.

Moderne Infrastrukturen wie Schulen, Sportgelände, Mehrzweckhallen und Altenpflegeheime prägen das heutige Bild von Würm. Der FC Phönix Würm EV, gegründet 1910, ist ein aktiver Teil des sportlichen Lebens im Ort. Verschiedene Buslinien des Verkehrsverbundes Pforzheim-Enzkreis sorgen für eine gute Anbindung innerhalb des Stadtteils und zur benachbarten Stadt Pforzheim.

Besonders erwähnenswert ist die schöne Lage Würms inmitten der Natur des Nordschwarzwalds, was sowohl Wanderfreunde als auch Naturliebhaber anzieht. Die Bewohner schätzen die ruhige Atmosphäre und die Nähe zur Natur, während die Nähe zu Pforzheim alle Vorzüge einer größeren Stadt bietet.

Newsflash: Pforzheim und Region

Pforzheim liegt in einem Übergangsgebiet, in dem schwäbische und südfränkische Dialekt-Merkmale miteinander verschmelzen. Dieses Gebiet erstreckt sich vom Nordschwarzwald nach Osten bis südlich von Heilbronn und hat eine beträchtliche Nord-Süd-Erstreckung, die im Süden bis über Calw und Weil der Stadt hinausreicht. Pforzheim befindet sich am Nordrand dieses Übergangsgebiets, wo die Sprachgrenzen weniger naturräumlichen Gegebenheiten folgen, sondern historische politische und kirchliche Grenzen widerspiegeln.

Ursprünglich durchlief das Gebiet um Pforzheim eine sprachliche Beeinflussung durch die politische Grenze Alemanniens, die etwa 20 km südlich der Stadt verlief und das alemannisch geprägte Gebiet unter fränkische Herrschaft brachte. Später wurde Pforzheim Teil von Baden, wobei badisches Gebiet fingerförmig in das umliegende württembergische Gebiet reichte und zur Entwicklung eines neuen schwäbischen Sprachgebiets beitrug. Trotzdem trennen bis heute feine Sprachgrenzen die Pforzheimer Region sprachlich vom nordbadischen Gebiet um Karlsruhe.

Die Stadtmundart von Pforzheim wurde durch vielfältige Wechselwirkungen zwischen einheimischen und zugewanderten Mundarten geprägt. Unterschiedliche Stadtteile wie Au und Alte Stadt hatten durch ihre unterschiedliche Bevölkerungsstruktur und Industrieentwicklung eigene Mundarten, die jedoch durch Industrialisierung, Zuwanderung und Stadtwachstum an Bedeutung verloren. Die Einwanderung vor allem aus schwäbisch sprechenden Gebieten verstärkte den Einfluss schwäbischer Dialektmerkmale, während gleichzeitig südfränkische Einflüsse spürbar blieben.

Mit der Zeit nahm der Einfluss der Schriftsprache zu, was zur Verdrängung früherer Dialektmerkmale, darunter auch französische Einflüsse aus der Schmuckindustrie, führte.

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