Pforzheim (Stadtkreis)(PF)

Baden-Württemberg

Der Gasometer Pforzheim ist ein faszinierendes historisches Bauwerk und ein bemerkenswertes Beispiel für die Umnutzung industrieller Anlagen in kulturelle Räume. Gelegen in Pforzheim, Baden-Württemberg, bietet dieser ehemalige Gasbehälter heute eine einzigartige Kulisse für beeindruckende Panorama-Ausstellungen.

Geschichte

Die Geschichte des Gasometers beginnt 1912, als er als einer der größten Gasbehälter seiner Zeit mit einem Volumen von 40.000 Kubikmetern errichtet wurde. Er diente als wichtiger Bestandteil der städtischen Gasversorgung, die bereits seit 1852 in Pforzheim etabliert war. Über die Jahre hinweg wurde der Gasometer genutzt, um Gas zu speichern, das vor allem abends benötigt wurde, als der Verbrauch besonders hoch war.

Mit der Umstellung auf Erdgas 1969 verlor der Gasometer seine ursprüngliche Funktion und wurde 2003 außer Betrieb genommen. Ein umfangreicher Umbau begann im Jahr 2005, um das Bauwerk für eine neue Nutzung vorzubereiten. Das Ziel war es, den Gasometer für kulturelle Zwecke zu erhalten und umzugestalten.

Weiternutzung und Umbau

Seit 2014 wird der Gasometer als Ausstellungsraum genutzt. Der Umbau verwandelte das Industriegebäude in einen einzigartigen Ausstellungsraum, der durch sein 40 Meter hohes und 40 Meter breites Inneres beeindruckt. Um die Struktur für Besucher zugänglich zu machen, wurden neue Betonwände und eine Aussichtsplattform hinzugefügt, die einen Panoramablick auf die stählernen Innenwände des alten Behälters ermöglichen. Ein modernes Eingangsgebäude und ein Bistro ergänzen die neue Nutzung des Gasometers.

Kulturelles Highlight

Das kulturelle Highlight des Gasometers ist die Ausstellung von Panoramabildern des Künstlers Yadegar Asisi. Diese beeindruckenden Rundgemälde verwandeln den Gasometer in eine Art begehbares Kunstwerk. Seit der Eröffnung der neuen Nutzung sind unter anderem das Panorama „Rom 312“, das „Great Barrier Reef“ und seit März 2023 das „Pergamon-Panorama“ zu sehen. Die Panoramen bieten den Besuchern eine immersive Erfahrung und erlauben es ihnen, in detailreiche und eindrucksvolle Szenarien einzutauchen.

Besucherinformation

Der Gasometer Pforzheim ist nicht nur ein historisches Bauwerk, sondern auch ein modernes Kulturzentrum. Besucher können die beeindruckende Architektur des Gasometers bewundern und die wechselnden Panorama-Ausstellungen genießen. Er befindet sich in einem Bereich, der leicht zugänglich ist, und bietet sowohl kulturelle Erlebnisse als auch gastronomische Angebote im angeschlossenen Bistro.

Der Gasometer Pforzheim bleibt ein bedeutendes Zeugnis der Stadtgeschichte und der industriellen Vergangenheit, während er sich gleichzeitig als Zentrum für zeitgenössische Kunst und Kultur etabliert hat.

Newsflash: Pforzheim und Region

Das DDR-Museum Pforzheim wurde 1998 gegründet. Es bietet einen umfassenden Überblick über das Leben in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und die Geschichte des ostdeutschen Staates.

Geschichte

Das Museum wurde von Klaus Knabe († 2012) initiiert, der 1961 zusammen mit seiner Frau kurz vor dem Bau der Berliner Mauer in den Westen übergesiedelt war. Auf einem Dachboden sammelte Knabe verschiedene Alltagsgegenstände und DDR-Objekte, darunter Grenzsteine, Gefängnistüren und Stasi-Gegenstände. Als die Stadt Pforzheim ihm den ehemaligen Kindergarten der französischen Garnison zur Verfügung stellte, konnte er seine Sammlung ausstellen.

Zusammen mit Freunden und Wissenschaftlern entwickelte Knabe ein Konzept, das ein umfassendes Bild der DDR vermittelt. Neben der Sammlung von Alltagsgegenständen wird auch ein historischer Überblick über die Nachkriegszeit und die 40 Jahre DDR-Geschichte gegeben. Das Museum bietet einen nahezu vollständigen Einblick in diese Zeit.

Das Museum wird vom Verein „Gegen das Vergessen e.V.“ unterstützt, der Ehrenamtliche und Zeitzeugen für Führungen und andere Aktivitäten einsetzt. 2012 wurde unter Knabes Anregung die Stiftung „Lernort Demokratie“ gegründet, die von der bundesweiten Stiftung „Gegen Vergessen – Für Demokratie“ gefördert wird.

Ausstellungselemente

Erdgeschoss:

  • Geographie der DDR: Darstellung der geografischen und politischen Rahmenbedingungen.
  • Zusammenbruch und Zerstörung des Deutschen Reiches: Historischer Kontext des Nachkriegsdeutschlands.
  • DDR-Geschichte: Besondere Schwerpunkte auf den 1950er-Jahren und die friedliche Revolution.
  • Alltagsleben: Sammlung von Gegenständen wie Medaillen, Geräten, Hausbüchern und Kindergartenwagen.
  • Westdeutsche Plakatesammlung zur DDR: Plakate aus Westdeutschland, die die DDR thematisieren.

1. Stock:

  • Berlin: Die Mauer und die Grenzziehung um die Westsektoren.
  • Grenzanlagen: Exponate zu den verschiedenen Grenzanlagen der DDR.
  • Stasi-Raum: Ausgestattet mit vielen Akten und Materialien der Staatssicherheit.
  • Jugend: Darstellung von Kindergarten, Pionierzeit und FDJ (Freie Deutsche Jugend).
  • Sport und Medien: Aspekte des Sports und der Medienberichterstattung in der DDR.
  • Revolutionäre Bewegungen: Informationen zu den Ereignissen von 1953 und 1989/90.

Keller:

  • Gefängnistüren: Türen aus verschiedenen DDR-Haftanstalten.
  • Verhörraum und Gefängniszelle: Nachbildung eines Verhörraums und einer Gefängniszelle.
  • Geschichten von Zeitzeugen: Aufzeichnungen von Zeitzeugen, die im Museum mitgearbeitet haben.

Das gesamte Gebäude ist mit Parolen und Bannern aus der DDR-Zeit geschmückt, wie etwa „Von der Sowjetunion lernen heißt siegen lernen“ und Flaggen von „sozialistischen Wettbewerben“.

 

Besucher Statistik

Heute: 6.863
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