Pforzheim (Stadtkreis)(PF)

Baden-Württemberg

Das Kollmar & Jourdan-Haus ist ein historisches, denkmalgeschütztes Gebäude in Pforzheim, das an der Bleichstraße 77 bis 81 gelegen ist. Es dient als Standort für mehrere wichtige Einrichtungen, darunter das Technische Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie, die Pforzheim Galerie und die Carlo Schmid Schule des Internationalen Bundes.

Geschichte und Architektur

  • Bauzeit und Architektur: Das Gebäude wurde zwischen 1901 und 1910 nach Plänen des Architekturbüros Hermann Walder errichtet. Es war lange Zeit Sitz der Kollmar & Jourdan AG, einer bedeutenden Schmuck- und Bijouteriefabrik. Die Architektur des Hauses spiegelt den Jugendstil wider, der zu dieser Zeit populär war.

  • Fassade: Ein bemerkenswertes Merkmal des Gebäudes ist die Straßenseite, die mit farbig glasierten Sichtziegeln verkleidet ist. Die Fassade zeigt ein auffälliges Farbdesign mit hellgrünen Wandflächen, die von blassweißen und bräunlichen Tönen unterbrochen werden, was dem Gebäude einen charakteristischen Jugendstil-Charakter verleiht.

  • Reliefs und Schmuckmedaillons: Die Brüstungen des zweiten Obergeschosses sind mit Keramik-Schmuckmedaillons geschmückt. Diese Medaillons zeigen Relief-Tondi mit fünf figürlichen Reliefbüsten, die die fünf Erdteile symbolisieren: Afrika, Australien, Europa, Asien und Amerika. Dies stellt ein besonderes ästhetisches und symbolisches Element des Gebäudes dar.

  • Supraporte: Die Supraporte des Haupteingangs an der Bleichstraße 81 ist im gotischen Stil gestaltet, was einen weiteren architektonischen Akzent setzt.

Nutzung und Bedeutung

  • Technisches Museum der Pforzheimer Schmuck- und Uhrenindustrie: Das Museum befindet sich im Erdgeschoss des Gebäudes und bietet einen umfassenden Einblick in die Geschichte der Schmuck- und Uhrenproduktion in Pforzheim.

  • Pforzheim Galerie: Diese Galerie dokumentiert die regionale Kunst aus Pforzheim und Südwestdeutschland und ist ebenfalls im Kollmar & Jourdan-Haus untergebracht.

  • Carlo Schmid Schule: Die Schule des Internationalen Bundes ist ebenfalls im Gebäude ansässig und bietet Bildungsangebote für verschiedene Altersgruppen.

Besondere Merkmale

  • Reliefbüsten und Schmuckmedaillons: Die figürlichen Reliefs und Medaillons an der Fassade sind besonders hervorzuheben und tragen zur historischen und kulturellen Bedeutung des Gebäudes bei.

  • Architektonische Details: Die Verwendung von Jugendstilelementen und die besondere Farbgebung der Fassade machen das Kollmar & Jourdan-Haus zu einem herausragenden Beispiel für Architektur dieser Epoche in Pforzheim.

Das Kollmar & Jourdan-Haus ist somit ein bedeutendes kulturelles Erbe, das sowohl architektonisch als auch funktional eine wichtige Rolle in Pforzheim spielt.

Newsflash: Pforzheim und Region

Das Stadttheater Pforzheim, auch bekannt als Theater Pforzheim, ist das zentrale Theater der Stadt Pforzheim in Baden-Württemberg. Es befindet sich am Waisenhausplatz direkt an der Enz und verfügt über zwei Spielstätten: Das Große Haus mit 511 Sitzplätzen und das Podium, das mit einer variablen Bestuhlung Platz für bis zu 193 Zuschauer bietet. Das 1990 nach den Plänen des Architekten Bodo Fleischer errichtete Theatergebäude ist ein Drei-Sparten-Haus, in dem Theateraufführungen, Opern, Operetten, Ballett, Konzerte und Musicals dargeboten werden. Das Orchester des Hauses ist die Badische Philharmonie Pforzheim.

Die Geschichte des Theaters in Pforzheim reicht bis ins Jahr 1803 zurück, als in der Theaterstraße das sogenannte Komödienhaus als Spielstätte für reisende Schauspieltruppen eingerichtet wurde. Nach der Schließung und dem Abriss des baufälligen Komödienhauses 1888 setzte sich ein 1885 gegründeter Theaterverein für ein neues Theater ein. Schließlich wurde 1900 ein von Alfons Kern geplanter Saalbau in der Jahnstraße eingeweiht, der Platz für rund 2.000 Zuschauer bot. Der Kapellmeister Hans Leger schuf 1933 das erste reguläre Drei-Sparten-Theater in Pforzheim. Nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde bereits kurz nach Kriegsende wieder Theater gespielt, zunächst in provisorischen Räumen. 1948 fand das Theater in der Osterfeldschule eine neue Heimat, bevor es 1990 in die heutigen Räumlichkeiten am Waisenhausplatz umzog. Zur Eröffnung wurde Mozarts "Zauberflöte" aufgeführt.

Unter dem Namen "Städteoper Südwest" tritt das Pforzheimer Ensemble seit 1959 auch in theaterlosen Städten in Baden-Württemberg, der Schweiz und Österreich auf. Im Jahr 2005 beschäftigte das Theater rund 200 Mitarbeiter und verfügte über einen Jahresetat von etwa 12 Millionen Euro. In einer Spielzeit werden in der Regel acht Schauspielinszenierungen, sechs Sinfoniekonzerte, vier Opern, drei Musicals oder Operetten, zwei Ballettabende sowie ein Kindertheaterstück aufgeführt. Trotz anfänglich hoher Besucherzahlen stagnieren diese seit einigen Jahren, was zu einem Publikumsschwund führte.

Die Leitung des Theaters wechselte mehrfach. Nach dem Weggang des Intendanten Georg Köhl 2003 übernahm ein Führungstrio die Leitung, bestehend aus dem Generalmusikdirektor, Verwaltungsdirektor und Schauspieldirektor. Diese Struktur wurde 2015 wieder durch eine zweigliedrige Leitung ersetzt. Seit der Spielzeit 2022/2023 ist Markus Hertel Intendant des Stadttheaters Pforzheim.

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