GELSENKIRCHEN. Die Glasfasertechnologie ist die Basis der digitalen Zukunft und wird Kupfer- und DSL-Leitungen zunehmend ersetzen. Angesichts wachsender Anforderungen an Datenübertragungsraten und der steigenden Bedeutung von Anwendungen wie Künstlicher Intelligenz (KI) ist der Ausbau von Glasfasernetzen essenziell. Doch in Deutschland sind bislang erst 23,8 Prozent der Haushalte an das schnelle Netz angeschlossen, so der Branchenverband BREKO.
Stand in Gelsenkirchen
GELSEN-NET, ein regionaler Anbieter, hat in Gelsenkirchen bereits beachtliche Fortschritte erzielt:
- Über 800 Unternehmen, alle Schulen, Kindergärten und Krankenhäuser sowie 156.000 Wohneinheiten (homes passed) können an das Glasfasernetz angeschlossen werden.
- Davon versorgt GELSEN-NET aktuell 61.000 Wohnungen, was einer Versorgungsquote von 45 Prozent entspricht.
- Das Glasfasernetz erstreckt sich auf 1.000 Kilometer, davon 571 Kilometer allein in Gelsenkirchen.
Im Vergleich dazu fällt die Deutsche Telekom in Gelsenkirchen weit zurück: Lediglich 794 Wohneinheiten sind direkt (homes connected) angeschlossen.
Warum Glasfaser unverzichtbar ist
Die technologischen Vorteile der Glasfaser liegen auf der Hand:
- Höhere Geschwindigkeit: Glasfaserkabel bieten ultraschnellen Datentransfer und garantieren Bandbreiten für jeden Nutzer.
- Stabilität: Im Gegensatz zu Kupferleitungen bleibt die Leistung auch bei starker Nutzung konstant.
- Nachhaltigkeit: Glasfaser ist energieeffizienter und verursacht weniger CO₂-Emissionen als Kupfernetze.
- Zukunftssicherheit: Während Kupferleitungen an ihre Grenzen stoßen, ist Glasfaser optimal für moderne Anwendungen wie HD-Streaming, Videokonferenzen und KI-Anwendungen geeignet.
Herausforderungen beim Ausbau
Trotz der Vorteile bleibt der Glasfaserausbau bis ins Haus (FTTH) eine große Herausforderung. Die Bundesregierung plant, bis 2030 flächendeckend Glasfaser bereitzustellen, doch BREKO geht davon aus, dass dieses Ziel verfehlt wird. Bereits 2026 könnten jedoch erste DSL-Netze abgeschaltet werden.
Gründe für Verzögerungen
- Hohe Kosten: Neue Leitungen müssen verlegt werden, was kurzfristig teurer ist.
- Technologische Alternativen: Verbesserte Kupfertechnologie wie Super-Vectoring erreicht ebenfalls hohe Geschwindigkeiten (50–250 MBit/s).
- Nachfrage: Anbieter starten den Ausbau nur, wenn genügend Vorverträge vorliegen.
- Wettbewerb: Der Überbau bestehender Trassen durch die Telekom sorgt für Verzögerungen und Konflikte.
Kooperation für die Zukunft
GELSEN-NET arbeitet mit West Connect zusammen, um den Glasfaserausbau voranzutreiben. Kunden profitieren von „open access“-Netzen, die ihnen freie Anbieterwahl ermöglichen.
Die Zukunft ist Glasfaser-basiert – und GELSEN-NET ist in Gelsenkirchen Vorreiter in der Umsetzung dieses wichtigen Infrastrukturprojekts.
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