Jakobskreuzkraut (Senecio jacobaea) – Auch bekannt als Jakobs-Greiskraut, ist eine Pflanze aus der Familie der Korbblütler (Asteraceae), die in Europa und Westasien beheimatet ist und inzwischen auch in anderen Teilen der Welt verbreitet ist. Die Pflanze ist als Giftpflanze bekannt und stellt eine ernste Gefahr für die Landwirtschaft dar, insbesondere für die Tierhaltung.
Beschreibung
Vegetative Merkmale:
- Wuchshöhe: 30 bis 100 cm
- Blätter: Im ersten Jahr bildet die Pflanze eine grundständige Rosette mit tief geschlitzten Blättern. Im zweiten Jahr entwickelt sich ein aufrechter, verzweigter Stängel. Die Blätter sind leierförmig fiederteilig mit unregelmäßigen, stumpf gezähnten Abschnitten und Öhrchen an der Basis.
Generative Merkmale:
- Blüten: Die Pflanze bildet gelbe, körbchenförmige Blütenstände, die 15 bis 25 mm im Durchmesser messen. Die Blütenkörbchen sind von 13 Hüllblättern umgeben. Die Blüten haben Zungen- und Röhrenblüten.
- Samen: Nach der Blüte entwickeln sich etwa 70 Samen pro Blütenkopf, die oft mit Flug- und Hafthaaren ausgestattet sind.
Ökologie
- Verbreitung: Die Samen werden durch den Wind verbreitet. Das Jakobs-Greiskraut wächst an Feldrändern, Wiesen, Ackerbrachen und in anderen Gras- und Staudenfluren.
- Schädlinge und Krankheiten: Es wird von verschiedenen Pilzen und Insekten befallen, darunter der Jakobskrautbär (Tyria jacobaeae), dessen Raupen das Kraut fressen. Einige Pilze wie Coleosporium senecionis verursachen Rostkrankheiten.
Giftigkeit
- Pyrrolizidinalkaloide: Alle Teile der Pflanze enthalten diese giftigen Verbindungen, die die Leber schädigen können. Besonders gefährlich wird es, wenn die Pflanze ins Heu gelangt, da die Alkaloide im Trockenzustand erhalten bleiben.
- Tödliche Dosis: Für Pferde liegt die tödliche Dosis bei 40 bis 80 g frischer Pflanze pro kg Körpergewicht. Für Rinder sind es 140 g frischer Pflanze pro kg Körpergewicht. Schafe und Ziegen sind weniger empfindlich, können aber auch durch größere Mengen betroffen werden.
Bekämpfung
Mechanische Maßnahmen:
- Mähen: Die wichtigste Maßnahme ist das Mähen vor der Blüte, um die Samenbildung zu verhindern.
- Ausreißen und Ausstechen: Einzelpflanzen sollten möglichst vor der Blüte entfernt werden. Bei flächenhaftem Auftreten ist das Ausstechen oft nicht möglich, daher ist eine späte Nachmahd sinnvoll.
Chemische Maßnahmen:
- Herbizide: Bei starkem Befall kann eine chemische Bekämpfung notwendig sein. Die Rosetten sollten etwa 15 cm hoch sein, um Herbizide effektiv anwenden zu können.
Prävention:
- Dichte Grünlandnarbe: Eine dichte Grünlandnarbe verhindert die Keimung neuer Samen. Fehlstellen sollten regelmäßig nachgesät werden.
- Wechsel von Schnitt- und Weidenutzung: Dies kann helfen, die Pflanze zu schwächen.
Alternative Verwertung:
- Biogasanlage: Das Jakobskreuzkraut kann in der Biogasanlage verwertet werden, da die Samen ihre Keimfähigkeit verlieren. Eine Silierung vor der Verwertung erhöht die Sicherheit.
Fazit für die Landwirtschaft
- Nicht verfüttern: Jakobskreuzkraut darf nicht verfüttert werden, da es gesundheitliche Risiken für Tiere birgt.
- Frühzeitige Bekämpfung: Einzelpflanzen sollten frühzeitig ausgerissen werden, und Flächen sollten vor der Blüte gemäht werden.
- Nachsaat: Eine dichte Grünlandnarbe kann der Ausbreitung des Jakobskreuzkrauts entgegenwirken.
- Biogasnutzung: Die Pflanze kann sicher in Biogasanlagen verwertet werden.
Durch regelmäßige Pflege und präventive Maßnahmen kann die Ausbreitung des Jakobskreuzkrautes in landwirtschaftlichen Flächen eingedämmt werden.